brian, der löwe, der ein wolf wurde


glücklich

 mit dem wörtchen glücklich solltest du sparsam umgehen. aber wenn brian im vollgalopp seine freiheit geniesst, im gras nach riechstoff schnuppert und sich gelegentlich versichert, dass tante und/oder herrchen noch da sind - dann passt's schon.

 




die tante und ich

ohne hund kein herrchen. ohne tante kein hund und herrchen.

hund geisterte schon lange im kopf herum. ein richtiger hund. nicht zu klein, nicht zu dünn. einer mit persönlichkeit, charakter und viel gefühl.

grosses ABER: was wird aus hund, wenn du nicht kannst, wenn du krank bist. solange dieser frage keine antwort folgte, blieb hund ein geist.

dann kam tante. die beste tante von allen. wenn not am herrchen ist, so ihr versprechen, wird sie sich kümmern.

seitdem zeugt die haarwolle schon auf der treppe, dass hund angekommen ist. nicht zu klein, nicht zu dünn. mit persönlichkeit, charakter und viel gefühl.


brian

brian heisst bri-an. nicht braiän. braiän ist ein bisschen doof und bri-an etwas geheimnisvoll. und geheimnisse besitzt brian einige. zum beispiel kennt weder er noch sonst jemand seine eltern.

brian tapert, trabt und tobt auf vier weissen pfoten. auch um die schnauze herum schimmert's weiss. sein nacken erinnert ein bisschen an den eines silberrückens bei den gorillas. im übrigen ist seine grundfarbe schwarz.

bei einer schulterhöhe von etwa 55 zentimeter kommt er auf knapp 40 kilo. womit er - nur der vollständigkeit halber sei's erwähnt - eine bessere figur macht als herrchen.


das leben davor

ein geiler rock-song von johnny hallyday heisst "je suis né dans la rue". brian wurde auch auf der strasse geboren. wir stellen uns eine staubige, schattenlose, verkommene strasse in ungarn vor. auf der brian, damals noch namenlos, lernen musste, zu kämpfen. ums überleben.

irgendwann haben sie brian gefangen und eingesperrt. in eine tötungsstation. sie haben ihn geschlagen, mit wasser aus strahlrohren gequält, zigaretten auf seinem fell ausgedrückt. wir stellen uns männer mit dunklen sonnenbrillen vor. auch davor hat er heute noch besonders angst.

gute menschen haben brian freigekauft. er kam nach deutschland, ins tierschutzheim ludwigsburg.  dort war er sicher und versorgt. ein verhuschter hund, der in fast jeder hand, die ihn streicheln wollte, die hand fürchtete, die ihn schlägt. vor unbekannten geräuschen, auch den leisesten, vor jedem mensch, der ihm zu nahe kam, versuchte er zu flüchten. weswegen spaziergänge nur an der leine möglich waren.

als tante und herrchen zum ersten mal ins tierheim kamen, stand brian mit vier, fünf anderen hunden auf dem hof. es war liebe auf den ersten blick.